Parasitologie

Da Hunde auch nun mal oft von Parasiten befallen werden und es einige gibt, die auch auf den Menschen übertragen werden können,  gebe ich hier kurz einen Überblick über die häufigsten Parasiten, deren Entwicklung und Infektionswege.

Die Parasiten werden heute unterschieden in Ektoparasiten (parasitieren auf der Oberfläche, wobei diese entweder stationär wie Läuse und Milben oder temporär wie Mücken, Zecken und Flöhe auf dem Wirt parasitieren) und Endoparasiten (parasitieren im Körper,
wie die ganzen Wurmarten zeigen). Eine Sonderform des Endoparasitismus ist der intrazelluläre Parasitismus, der auf Zellebene vorhanden ist, der aber hier nur Vollständigkeit halber erwähnt wird.

Parasiten können entweder nur einen Wirt oder mehrere Wirte befallen. Im ersteren Fall bezeichnet man die diese als einwirtig (= monoxen), im zweiten Fall als mehrwirtig (= heteroxen). Im Laufe der Evolution kann die Lebensweise des Parasiten so eng mit seinem Wirt geworden sein, dass er als obligat einwirtig oder mehrwirtig bezeichnet wird. Das bedeutet, dass der Parasit nur mit diesem einem oder nur bestimmten mehreren Wirten überlebensfähig ist.
Andere Parasiten haben kein so spezifisches Wirtspektrum, sie werden als fakultativ bezeichnet. Parasiten leben von der Lebensenergie ihres Wirtes und sind mitnichten darauf aus ihren Wirt umzubringen, da sie sich damit selber die Lebensgrundlage entziehen.

Folgende Parasiten sind vom Hund auf dem Menschen übertragbar:
- Leishmanien (werden durch Mückenstiche übertragen und befallen Innere Organe des Menschen)
- Ruhramoeben (Aufnahme von Cysten durch Hundekot, befallen Darm, Leber, Lunge und Hirn)
- Fuchs-, Hundebandwurm (Aufnahme durch Eier im Hundekot, befallen Leber, Lunge und Hirn)
- Gurkenkernbandwurm (Aufnahme von Larven in Hundeflöhen, befallen den Darm)- Taeniabandwürmer (Aufnahme durch Eier im Hundekot, befallen die
Muskulatur und das Hirn)
- Spulwürmer (Aufnahme durch larvenhaltige Eier im Hundekot, befällt innere Organe)
- Hakenwürmer (Eindringen von Larven in die Haut, Hautbefall)
- Räudemilben (durch Körperkontakt wechselseitig ansteckend, beim Menschen heißt es Krätze)
- Flöhe, Haarlinge (Körperkontakt, führt zu Juckreiz und Ekzemen)

Endoparasiten

Die Bandwürmer
Der Gurkenkernbandwurm

Der Gurkenkernbandwurm wird maximal 50-60 cm lang und scheidet mit dem Kot Endstadien (Proglottiden) aus, in welchen die Eier in Paketen sitzen. Jedes dieser Pakete enthält ca. 50-100 Eier in denen sich bereits eine Larve befindet. Im Kot des Hundes sind diese als "Reiskörner" dann für uns Menschen sichtbar.
Die Proglottiden schrumpfen und dadurch werden die Eier frei gelegt, so dass Flöhe oder andere Insekten diese fressen können und dann eine neue junge Bandwurmgeneration in den Insekten entsteht.

Knackt ein Hund nun solch einen Floh, so entsteht aus den kleinen Wurmanlagen ein neuer Gurkenkernbandwurm.

Teile des Flohes können sich dann immer noch im Fell des Hundes befinden, geht man als Mensch (Kinder) mit dem Gesicht an das Fell oder streichelt den Hund, führt die Hand dann zum Mund, können die Gurkenkernbandwürmer auf den Menschen übertragen werden. Allerdings führt dieser beim Menschen zu keinen großartigen Beschwerden.
Anders sieht die Geschichte beim Fuchsbandwurm aus.

Der Fuchsbandwurm
Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multiocularis) als solcher ist extrem klein, nur etwa 1-4 mm lang. In den Endgliedern (Proglottiden) befinden sich 300-400 Eier, welche mit dem Kot ausgeschieden werden. Mäuse fressen diesen Hunde/Fuchskot und in diesen entsteht dann in der Leber ein schlauchartiges Gebilde, das ähnlich einem Krebsgeschür ständig wächst.
Diese Mäuse haben eine extrem geschwollene Leber, sind also sehr dick und aufgrund dessen sehr langsam. Füchse erbeuten oft nur diese infizierten Mäuse, aber auch Hunde, die eigentlich keine guten Mäusefänger sind, erbeuten in der Regel auch nur die erkrankten Tiere.
Und schon hat sich der Hund den Fuchsbandwurm unbemerkt eingefangen und diesen mit seinem Kot ausscheiden.
Kommt man als Mensch mit solchen Eiern in Kontakt, infiziert man sich und der Verlauf der Erkrankung ist ähnlich dem der Mäuse.
Die Inkubationszeit ist beim Menschen sehr lang, etwa nach 5-8 Jahren beginnt die Leber zu schwellen und dann ist es meistens schon zu spät.. Das sich entwickelnde schlauchartige Gebilde ist mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, wird das Gewebe während einer Operation verletzt, breiten sich die darin enthaltenen Zellen im ganzen Körper aus, ähnlich den Krebszellen.

Die Lebenserwartung beträgt dann nur noch etwa ein Jahr !
Rechtzeitig erkannt, kann der Befall nicht geheilt werden, sondern nur durch extrem nebenwirkungsreiche Medikamente das Stadium des Befalls "konserviert" werden.

Spulwürmer

Die beim Hund am häufigsten anzutreffende Wurmart ist der Spulwurm. Dieser wird etwa 20 cm lang und kann in dichten Haufen
vorliegen, so daß der Darm verstopft werden kann. Auch hier werden die Eier mit dem Kot ausgeschieden und wachsen im Freien zu Larven heran. Dieser Infektionsweg ist für Hunde kaum problematisch, wichtig ist hier die Übertragung von Larven durch die Mutter auf ihre Welpen, so dass Welpen schon frühzeitig hochgradig befallen sein können und deshalb schon in den ersten drei Wochen gewurmt werden sollten. Ein auf den Menschen übertragener Spulwurm entwickelt sich NICHT zur Geschlechtsreife weiter, allerdings können die Wurmlarven im menschlichen Körper herumwandern (!) und wichtige Gewebe zerstören. Sie können übrigens bis zur Haut vordringen und sind dann auch sichtbar !

Hakenwürmer

Die Hakenwürmer sind in Deutschland nicht heimisch, sie kommen in aller Regel nur in den südeuropäischen Ländern vor.
Ein mit in Urlaub genommener Hund (oder ein aus Spanien mitgebrachter Hund !) kann den Hakenwurm mit nach Deutschland bringen und bei den entsprechenden Temperaturen kann der Hund ständig Wurmeier ausscheiden.
Die Behandlung von Hakenwürmern ist äußerst schwierig,da sich die im Freien entwickelten Larven durch die Haut des Hundes und des Menschen bohren und von dort in den Darm gelangen.

Ektoparasiten

Zecken

Die Zecken gehören zu den Arachniden, d. h, , sie sind mit den Spinnen verwandt. Die Zecken durchlaufen drei Stadien in ihrer
Entwicklung (Larve - Nymphe - Adultes) und benötigen teilweise 2-3 Jahre um einen Zyklus zu vollenden. Alle drei Entwicklungsstadien
saugen Blut um sich häuten zu können. Die Schildzecken saugen nur einmal, das aber über mehrere Tage hinweg.

Die Lederzecken wiederum saugen geringere Mengen und das NUR NACHTS. Sie verstecken sich tagsüber in Mauerritzen u. ä. und werden selten auf Hund oder Mensch angetroffen. Blutarmut oder unerklärliche Schwächesymptome des Hundes können auf Lederzeckenbefall hindeuten, weil diese durch Vögel eingeschleppt werden können und sich explosionsartig vermehren.

Flöhe

Die Verteilung der Flohpopulation besteht aus etwa 1% der Besiedlung des Hundes,99% lebt im Körbchen, Teppich, Bett und 
ähnlichen kuscheligen Orten. Die Flöhe können von allen nur möglichen Wirten stammen, der echte Hundefloh ist so gut wie ausgestorben, die Verteilung ist in etwa 60 % Katzenfloh und 40 % Vogelfloh... Die Unterscheidung der einzelnen Floharten geschieht im übrigen nur durch winzige Häkchen in der Nackenregion (biologische Gründlichkeit !),in ihrer Wirkung besteht kein Unterschied.

Flöhe sind flügellos und können aufgrund ihrer langen Sprungbeine locker aus dem Stand 30-40 cm springen (!),am Hinterleib tragen sie Sinneszellen, mit denen sie jeden Windhauch registrieren und eine blitzartige Reaktion auslösen können.
Flöhe übertragen in Deutschland keine Krankheiten mehr. Die Pest wurde im Mittelalter übrigens von Flöhen übertragen und nicht von Ratten. Da der Floh sehr kleine Mundwerkzeuge hat, würde nach einem Stich das Blut sofort gerinnen, deshalb injizieren die Flöhe einen Speichel, der Blutverflüssiger enthält. Dieser Speichel kann bei Menschen und Hunden zu den roten Pusteln und zu allergischen Reaktionen führen.

Nach einer Befruchtung erfolgt die Eiablage, daraus schlüpfen wiederum wurmähnliche Larven. Sie saugen kein Blut, sondern ernähren sich von Essenresten u.v.m., wobei sie sich im Verlaufe von mehreren Monaten mehrfach häuten.

Dieses Larvenstadium wird von normalen Insektiziden nicht abgetötet, so giftig sie auch sein mögen !

Die Larven verpuppen sich und können so eine lange Zeit überleben. Es wird klar, das auf die Bekämpfung der Nachkommenschaft viel Wert gelegt werden muss und nicht auf die Bekämpfung der erwachsenen Flöhe. Dazu hat die Industrie sogenannte "Häutungshemmer" entwickelt. Diese verhindern, das die Larven sich häuten können, sie verharren somit in ihrem augenblicklichen Zustand.

Milben

Die Milben gehören wie die Zecken zum Stamm der Arachniden. Die Milben werden je nach Ernährungsweise in Staub-, 
Saug-, Nage- oder Grabemilben eingeteilt. Staubmilben fressen kleinste Nahrungsreste und gelangen mehr zufällig ins Hundefell. Nagemilben ernähren sich von den Hautschuppen ihrer Wirte, Saugmilben nehmen Blut auf. Grabemilben bohren Gänge in die Haut ihres Wirtes und leben dort ständig drin. Diese Art der Milben ist bei Hunden als Räude bekannt und für die menschliche Krätze verantwortlich. Die Milben graben Gänge in die Haut und legen dort ihre Eier ab.

Daraus schlüpfen wiederum Larven, die seitliche Gänge anlegen. So kommt es zu Entzündungen und starker Bakterienvermehrung.

Wenn dann die Geschlechtsreife eintritt wandern sie zur Oberfläche der Haut um sich dort zu paaren. Die Weibchen führen dann einen Spermavorrat mit sich und beginnen erneut ihre Gänge anzulegen. Schon ein einziges vollreifes Weibchen, das durch Körperkontakt auf einen anderen Organismus wechselt führt dazu, das sich nach einer gewissen Zeit das Erscheinungsbild  der Räude (Krätze) einstellt.

Staupe

Die Staupe wird durch ein Virus verursacht, das direkt von Hund zu Hund bzw. indirekt von anderen Virusträgern aus der Umwelt auf den Hund übertragen wird. Es handelt sich bei dem Virus um das Paramyxovirus des Genus Morbilliviridae.

Das Virus ist verwandt mit dem menschlichen Masernvirus. Die Hundestaupe ist spätestens seit dem 18. Jahrhundert bekannt.

Das der Erreger ein Virus ist, wurde 1905 von Carré bewiesen.

Die hochansteckende Erkrankung tritt überwiegend bei Hunden im Alter von 36 Monaten auf, kann aber auch in jedem Lebensalter vorkommen. Nachdem das Virus in den Körper gelangt ist, befällt es nach einigen Tagen unterschiedliche Organe, in denen dann die Vermehrung stattfindet. Bevorzugt werden Atmungstrakt, Verdauungs- und Urogenitalapparat befallen.

Zu Beginn der Krankheit kommt es häufig zu einer zweigipfeligen Fieberkurve mit einem 2-3tägigen fieberfreien Intervall. Gleichzeitig zeigen die Hunde häufig Appetitlosiskeit, Augen- und Nasenausfluß. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zu unterschiedlichen Krankheitserscheinungen, je nachdem welche Organe befallen sind. Es kann zu Magen-Darmentzündungen mit Durchfall (Darmstaupe), Lungenentzündung (Lungenstaupe) oder krampfartigen Zuckungen, Bewegungsstörungen und Lähmungen (Nervenstaupe). Da die Staupe mit sehr unterschiedlichen Symptomen verlaufen kann, muß bei jungen Hunden mit Erkrankungen unklarer Genese immer der Staupeverdacht geäußert werden. Die Diagnose kann durch eine Blut- oder Liquoruntersuchung abgesichert werden.

Ansteckende Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis)

Diese Viruserkrankung, die durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen wird, befällt überwiegend junge Hunde und führt besonders beim Welpen sehr schnell zum Tod. Ältere Hunde können aber ebenfalls erkranken. Der Erreger ist das canine Adenovirus I (CAV-1). Die Krankheitserscheinungen, die im allgemeinen 2-5 Tage nach der Ansteckung auftreten, sind denen der Staupe sehr ähnlich. Zuerst kommt es zu Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Schmerzen in der Bauchhöhle, Entzündungen im Rachenraum und nervösen Störungen. In seltenen Fällen verenden die Tiere sehr rasch, ohne für den Besitzer wahrnehmbare Symptome zu zeigen. Die Besitzer vermuten daher häufig eine Vergiftung. Im späteren Stadium der Erkrankung können Hornhauttrübungen auftreten, die in schweren Fällen zur Erblindung führen. Eine Blutuntersuchung zur Absicherung der Diagnose ist möglich.

 Leptospirose

Die Leptospirose wird durch Leptospiren, die zu den Bakterien gehören, übertragen. Das Fortbestehen dieser Bakterien wird durch tierische Reservoire (d.h. durch Tiere, die die Bakterien im Körper haben, aber selbst nicht erkranken; z.B. Mäuse, Ratten) und das gute Überleben in Gewässern und feuchten Böden gewährleistet. Der Mensch verbreitet selbst keine Leptospiren, kann aber durch Harn oder Blut von Tieren (vor allem Ratten, seltener von Hunden) angesteckt werden. Die Ansteckung von Hunden erfolgt meist durch direkten Kontakt mit dem Harn kranker Hunde oder Dauerausscheidern. Es kann aber auch eine Ansteckung durch Fleisch oder die kontaminierte Umgebung erfolgen. Es erkranken Hunde aller Altersstufen. Die Krankheitserscheinungen, die im allgemeinen 5-20 Tage nach Ansteckung auftreten, sind Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Nierenentzündungen, Magen-Darmentzündungen mit Erbrechen und Durchfall. In schweren Fällen können Gelbsucht und Bewegungsstörungen auftreten.  Eine Blutuntersuchung zur Absicherung der Diagnose ist möglich.

 Parvovirose

 Die Parvovirose wurde erstmals 1978, fast gleichzeitig in Europa, Nordamerika und Australien, beschrieben. Die Parvovirose wird durch ein Virus verursacht, das durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen wird. Das Virus ist ausgesprochen überlebensfähig. Bei Raumtemperatur bleibt das Virus mindestens 6 Monate ansteckungsfähig. In der Regel wird es mit dem Kot ausgeschieden. Erste Krankheitserscheinungen treten im allgemeinen 3-14 Tage nach Ansteckung auf. Die Parvovirose kommt bei Hunden aller Altersgruppen  vor und verursacht bei Welpen und jungen Hunden blutigen Durchfall und/oder Hermuskelentzündung mit nachfolgendem Herztod.

Ältere Hunde zeigen Magen-Darmentzündungen mit Erbrechen und Durchfall. Der Kot ist übelriechend und von grauer Farbe, in einigen Fällen kann er auch blutig sein. Aufgrund des ausgesprochen schnellen Krankheitsverlaufes kann die Erkrankung  besonders bei jungen Hunden  ohne vorherige Krankheitserscheinungen schnell zum Tod führen.

 Das Parvovirus des Hundes ist arteigen, mit dem Erreger der Katzenseuche verwandt, aber nicht identisch. Deshalb kann die Katze die Erkrankung nicht auf den Hund übertragen.

 Tollwut

 Die Tollwut ist schon aus der Antike bekannt. Rabies, der medizinische Fachterminus, kommt von lateinisch rabidus (verrückt). Über die Jahrhunderte galten Anblick und Klang eines tollwütigen Hundes als ein Sinnbild für das Schreckliche schlechthin. Die Tollwut wird von einem Virus aus der Familie der Rhabdoviren übertragen; die Viren dieser Gruppe zeigen alle eine seltsame und für sie charakteristische Form, die an eine Gewehrkugel erinnert. Alle Säugetiere können von diesem Virus infiziert werden.

 Canine Coronavirusinfektion

 Es handelt sich hierbei um eine Durchfallerkrankung, die durch das Coronavirus übertragen wird. Vorwiegend tritt diese Erkrankung bei Jungtieren auf. Da die Krankheit ausgesprochen schnell verbreitet wird, findet man Coronaviruserkrankungen häufig in Zwingern, wobei in den betroffenen Zuchtbeständen meist alle Welpen erkranken. Übertragen wird das Virus mit dem Kot.

 Die Tiere zeigen nach einer Inkubationszeit von 3-8 Tagen ein gestörtes Allgemeinbefinden und gelblichen Durchfall, der evtl. Blutbeimengungen enthält.

Chronische Durchfälle sind auch bei erwachsenen Hunden möglich. Es besteht wie bei der Parvovirose die Gefahr der Austrocknung, allerdings sind die Symptome in der Regel nicht so schwerwiegend wie bei der Parvovirose. Todesfälle sind selten.

Aujesky'sche Krankheit (Pseudowut)

 Es handelt sich bei der Pseudowut um eine schnell verlaufende, tödliche Viruserkrankung. Erreger ist das porcine Herpesvirus. Hauptwirt für dieses Virus ist das Schwein, wobei Infektionen des Schweines häufig symptomlos bzw. mit milden Symptomen des Atmungstraktes einhergehen. Bei infizierten Ferkeln kommt es z.T. zu Todesfällen. Die Infektion der Fleischfresser erfolgt meist durch das Fressen virushaltigen rohen Schweinefleisches oder nicht erhitzten Innereien. Die Vermehrung des Virus findet im ZNS statt.

 Nach einer Inkubationszeit von 2-9 Tagen zeigen die Hunde Fieber und Mattigkeit, oder aber auch Ruhelosigkeit. Als Kardinalsymptom stellt sich dann plötzlich auftretender, sehr starker, unstillbarer Juckreiz (Be- und Abnagen von Körperteilen) ein. Auch zeigen die Hunde ZNS-Störungen wie Krämpfe und Lähmungen und evtl. tobsuchtartige Anfälle ("Pseudowut"). Der Tod tritt meist innerhalb 24 bis 36 Stunden nach Krankheitsbeginn ein.

 Wundstarrkrampf (Tetanus)

Die Erkrankung tritt nach Wundinfektionen mit Clostridium tetani auf. Ausgelöst wird die Krankheit allerdings nicht durch Clostridium tetani selbst, sondern durch bestimmte Toxine (Giftstoffe) des Keimes.

Der Erreger kommt überall vor und kann alle Tierarten befallen, wobei nicht alle Tierarten gleich empfänglich sind. Sehr empfänglich ist v.a. das Pferd. Auch beim Menschen und beim Wiederkäuer wird nicht selten von Tetanusfällen berichtet. Beim Fleischfresser, also Hund und Katze, verläuft die Krankheit "gutartiger" und ist relativ selten.

Eintrittspforten für den Erreger, bzw. seiner Sporen, stellen Wunden aller Art, z.B. Kastrationswunden, Bißwunden oder Nageltritte, dar. Der Erreger vermehrt sich am günstigsten, wenn ein Wundverschluß erfolgt, so daß kein Sauerstoff in die Wunde gelangt, da es sich um einen "anaeroben" Keim handelt, der eine sauerstofffreie Umgebung zur Vermehrung braucht. Das Toxin, welches der Erreger bildet, hat eine hohe Affinität zum Nervengewebe. Es gelangt über das periphere Nervengewebe in Richtung Rückenmark und Gehirn. Durch Störungen der Reizübermittlungen der Nerven kommt es zu Krämpfen, die durch von außen einwirkenden Reizen (Geräusche, Licht) noch verstärkt werden. Der Hund zeigt eine starke Längsfältelung der Kopfhaut, eine Engstellung der Ohren sowie durch Spannung der Kaumuskeln keine oder eine erschwerte Wasser- und Futteraufnahme. Gelegentlich werden auch generalisierte Tetanusformen beobachtet.

Nach Überstehen der ersten Woche ist die Prognose relativ günstig. Die Genesung nimmt aber i.d.R. eine Dauer von 4?6 Wochen in Anspruch.

Thema Zecken :

Entwicklungszyklus der Zecken

Die Zecken haben, wie auch die Flöhe, mehrere Entwicklungsstufen. Allerdings machen sie keine Puppenruhe durch (hemimetabole Insekten); es finden sich  folgende Entwicklungsstadien: Eier - Larve - Nymphe - adulte Zecke.

Die vollgesogenen Weibchen legen unter Steinen und Pflanzen ihre Eier ab; danach sterben sie. Nach ca. 3 bis 5 Wochen schlüpfen die 6-beinigen Larven.

Diese haben ein spinnenähnliches Aussehen und sind ca. 1mm groß. Nach ca. 5 - 7 Wochen häuten sich die Larven zur 8-beinigen Nymphe und nach wiederum  10 bis 18 Wochen häutet sich die Nymphe zur erwachsenen (adulten) Zecke.  

Jedes Entwicklungsstadium muß Blut saugen, bevor es sich zum nächsten Stadium häutet. Je nachdem, ob jedes Entwicklungsstadium ein neues Opfer befällt,  Blut saugt und sich anschließend wieder fallen läßt, oder ob die gesamte Entwicklung auf einem Wirt stattfindet, unterscheidet man ein- und dreiwirtige  Zecken. Ixodes ricinus ist dreiwirtig, also befällt jedes Entwicklungsstadium der Zecken ein neues "Opfer". Die Larve befällt meist kleine Säugetiere (z.B.  Nagetiere), die Nymphe etwas größere Säugetiere, wie z.B. Vögel oder Eichhörnchen, aber auch häufig Kinder und unsere Haustiere. Die adulte Zecke von  Ixodes ricinus befällt sowohl Hunde, Katzen, Rinder, Schafe und andere Wild- und Haustiere als auch den Menschen.

Bei Rhipicephalus sanguineus handelt es sich ebenfalls um eine dreiwirtige Zecke. Allerdings befällt diese Zecke ausschließlich den Hund.

Die Entwicklung des Holzbockes kann innerhalb ein paar Monaten vonstatten gehen. Meist dauert sie aber 2 bis 3 Jahre, da nicht immer ein geeigneter Wirt zur  Verfügung steht. Die Entwicklung von Rhipicephalus sanguineus verläuft dagegen im allgemeinen schneller, da diese Zeckenart nur auf eine Spezies angewiesen  ist.

Erwachsene Zecken kann man morphologisch gut an der Beinstellung unterscheiden. Bei Ixodes ricinus ragen die Beine am Kopfbereich vorne heraus,  wohingegen bei Rhipicephalus sanguineus die Beine seitlich herausragen.

Auch verankert sich Rhipicephalus sanguineus nicht so stark in der Haut, so dass  diese Zeckenart leichter zu entfernen ist.

 Zeckenprophylaxe

 Das Ziel bei einem Schutz vor Zecken sollte eine Zeckenprophylaxe sein, so dass die Zecken abgetötet werden, bevor sie sich festbeißen und Blut saugen. Nur  so kann eine Übertragung von Krankheitserregern ausgeschlossen werden.

Nur Substanzen, die als Repellent wirken, können den Biß der Zecke verhindern. Sie halten die Parasiten von der Haut fern, gleichzeitig nehmen die Parasiten  aber durch ihre Fluchtversuche genug chemische Substanz auf, so dass sie abgetötet werden. Diese Repellenteigenschaft, besitzen u.a. die Pyrethroide. Zu  dieser Wirkstoffgruppe gehört beispielsweise Permethrin.

Pyrethroide gibt es in vielen Formulierungen, wie Halsbänder, Puder, Shampoos und auch einem spot-on Präparat.

Als sehr praktisch haben sich die spot-on Präparate bewiesen. Dies sind Lösungen, welche in kleinen Ampullen verpackt sind und direkt punktuell auf die Haut  aufgetragen werden. Bei dem spot-on Präparat mit Permethrin (nur für Hunde) verteilt sich die Substanz über die Hautoberfläche innerhalb von 24h und wird  dann in den oberen Hautschichten eingelagert. Die Wirkungsdauer beträgt 4 Wochen, da das Präparat mit der Zeit durch die natürliche Hautschuppung  abgestoßen wird. Der Hund kann unbedenklich gestreichelt werden. Regen, aber auch gelegentliches Baden beeinträchtigt die Wirkung nicht.

Falls sich doch eine Zecke festgebissen hat, sollte diese unter "Streßvermeidung" möglichst schnell und schonend entfernt werden, da es sonst zu einer  verstärkten Übertragung der Krankheitserreger kommen kann. Die Krankheitserreger befinden sich unter anderem in den Speicheldrüsen im Hinterleib. Eine  Quetschung des Zeckenkörpers sollte daher vermieden werden. Am besten wird die Zecke unter einer leichten Drehbewegung mit einer Pinzette entfernt.

Ein  Betäuben der Zecke mit Öl, Klebstoff oder sonstigen "Hilfsstoffen" sollte tunlichst vermieden werden. Falls der Zeckenkopf in der Haut verbleibt, so wächst  diese meist nach einer gewissen Zeit heraus. Er kann sich aber auch abkapseln und bleibt so als kleines Knötchen zurück. Wenn eine Entzündung entsteht,  sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Text: Frau Dr. Franz