| Parasitologie |
|
Da Hunde auch nun mal oft von Parasiten
befallen werden und es einige gibt, die auch auf den Menschen übertragen
werden können, gebe ich hier kurz einen Überblick über die häufigsten
Parasiten, deren Entwicklung und Infektionswege. Teile des Flohes können sich dann immer noch
im Fell des Hundes befinden, geht man als Mensch (Kinder) mit dem
Gesicht an das Fell oder streichelt den Hund, führt die Hand dann zum
Mund, können die Gurkenkernbandwürmer auf den Menschen übertragen
werden. Allerdings führt dieser beim Menschen zu keinen großartigen
Beschwerden. Die Lebenserwartung beträgt dann nur noch
etwa ein Jahr ! Spulwürmer Ektoparasiten Die Lederzecken wiederum saugen geringere
Mengen und das NUR NACHTS. Sie verstecken sich tagsüber in Mauerritzen
u. ä. und werden selten auf Hund oder Mensch angetroffen. Blutarmut
oder unerklärliche Schwächesymptome des Hundes können auf
Lederzeckenbefall hindeuten, weil diese durch Vögel eingeschleppt
werden können und sich explosionsartig vermehren. Daraus schlüpfen wiederum Larven, die
seitliche Gänge anlegen. So kommt es zu Entzündungen und starker
Bakterienvermehrung. Wenn dann die Geschlechtsreife eintritt
wandern sie zur Oberfläche der Haut um sich dort zu paaren. Die
Weibchen führen dann einen Spermavorrat mit sich und beginnen erneut
ihre Gänge anzulegen. Schon ein einziges vollreifes Weibchen, das durch
Körperkontakt auf einen anderen Organismus wechselt führt dazu, das
sich nach einer gewissen Zeit das Erscheinungsbild der Räude (Krätze)
einstellt. Staupe Die Staupe wird durch ein Virus verursacht,
das direkt von Hund zu Hund bzw. indirekt von anderen Virusträgern aus
der Umwelt auf den Hund übertragen wird. Es handelt sich bei dem Virus
um das Paramyxovirus des Genus Morbilliviridae. Das Virus ist verwandt mit dem menschlichen
Masernvirus. Die Hundestaupe ist spätestens seit dem 18. Jahrhundert
bekannt. Das der Erreger ein Virus ist, wurde 1905 von
Carré bewiesen. Die hochansteckende Erkrankung tritt überwiegend
bei Hunden im Alter von 36 Monaten auf, kann aber auch in jedem
Lebensalter vorkommen. Nachdem das Virus in den Körper gelangt ist, befällt
es nach einigen Tagen unterschiedliche Organe, in denen dann die
Vermehrung stattfindet. Bevorzugt werden Atmungstrakt, Verdauungs- und
Urogenitalapparat befallen. Zu Beginn der Krankheit kommt es häufig zu
einer zweigipfeligen Fieberkurve mit einem 2-3tägigen fieberfreien
Intervall. Gleichzeitig zeigen die Hunde häufig Appetitlosiskeit,
Augen- und Nasenausfluß. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es
dann zu unterschiedlichen Krankheitserscheinungen, je nachdem welche
Organe befallen sind. Es kann zu Magen-Darmentzündungen mit Durchfall
(Darmstaupe), Lungenentzündung (Lungenstaupe) oder krampfartigen
Zuckungen, Bewegungsstörungen und Lähmungen (Nervenstaupe). Da die
Staupe mit sehr unterschiedlichen Symptomen verlaufen kann, muß bei
jungen Hunden mit Erkrankungen unklarer Genese immer der Staupeverdacht
geäußert werden. Die Diagnose kann durch eine Blut- oder
Liquoruntersuchung abgesichert werden. Ansteckende Leberentzündung (Hepatitis
contagiosa canis) Diese Viruserkrankung, die durch direkten
oder indirekten Kontakt übertragen wird, befällt überwiegend junge
Hunde und führt besonders beim Welpen sehr schnell zum Tod. Ältere
Hunde können aber ebenfalls erkranken. Der Erreger ist das canine
Adenovirus I (CAV-1). Die Krankheitserscheinungen, die im allgemeinen 2-5
Tage nach der Ansteckung auftreten, sind denen der Staupe sehr ähnlich.
Zuerst kommt es zu Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall,
Schmerzen in der Bauchhöhle, Entzündungen im Rachenraum und nervösen
Störungen. In seltenen Fällen verenden die Tiere sehr rasch, ohne für
den Besitzer wahrnehmbare Symptome zu zeigen. Die Besitzer vermuten
daher häufig eine Vergiftung. Im späteren Stadium der Erkrankung können
Hornhauttrübungen auftreten, die in schweren Fällen zur Erblindung führen.
Eine Blutuntersuchung zur Absicherung der Diagnose ist möglich. Leptospirose Die Leptospirose wird durch Leptospiren, die
zu den Bakterien gehören, übertragen. Das Fortbestehen dieser
Bakterien wird durch tierische Reservoire (d.h. durch Tiere, die die
Bakterien im Körper haben, aber selbst nicht erkranken; z.B. Mäuse,
Ratten) und das gute Überleben in Gewässern und feuchten Böden gewährleistet.
Der Mensch verbreitet selbst keine Leptospiren, kann aber durch Harn
oder Blut von Tieren (vor allem Ratten, seltener von Hunden) angesteckt
werden. Die Ansteckung von Hunden erfolgt meist durch direkten Kontakt
mit dem Harn kranker Hunde oder Dauerausscheidern. Es kann aber auch
eine Ansteckung durch Fleisch oder die kontaminierte Umgebung erfolgen.
Es erkranken Hunde aller Altersstufen. Die Krankheitserscheinungen, die
im allgemeinen 5-20 Tage nach Ansteckung auftreten, sind Müdigkeit,
Appetitlosigkeit, Nierenentzündungen, Magen-Darmentzündungen mit
Erbrechen und Durchfall. In schweren Fällen können Gelbsucht und
Bewegungsstörungen auftreten. Eine Blutuntersuchung zur
Absicherung der Diagnose ist möglich. Parvovirose Die Parvovirose wurde erstmals 1978,
fast gleichzeitig in Europa, Nordamerika und Australien, beschrieben.
Die Parvovirose wird durch ein Virus verursacht, das durch direkten oder
indirekten Kontakt übertragen wird. Das Virus ist ausgesprochen überlebensfähig.
Bei Raumtemperatur bleibt das Virus mindestens 6 Monate ansteckungsfähig.
In der Regel wird es mit dem Kot ausgeschieden. Erste
Krankheitserscheinungen treten im allgemeinen 3-14 Tage nach Ansteckung
auf. Die Parvovirose kommt bei Hunden aller Altersgruppen vor
und verursacht bei Welpen und jungen Hunden blutigen Durchfall und/oder
Hermuskelentzündung mit nachfolgendem Herztod. Ältere Hunde zeigen Magen-Darmentzündungen
mit Erbrechen und Durchfall. Der Kot ist übelriechend und von grauer
Farbe, in einigen Fällen kann er auch blutig sein. Aufgrund des
ausgesprochen schnellen Krankheitsverlaufes kann die Erkrankung
besonders bei jungen Hunden ohne
vorherige Krankheitserscheinungen schnell zum Tod führen. Das Parvovirus des Hundes ist arteigen,
mit dem Erreger der Katzenseuche verwandt, aber nicht identisch. Deshalb
kann die Katze die Erkrankung nicht auf den Hund übertragen. Tollwut Die Tollwut ist schon aus der Antike
bekannt. Rabies, der medizinische Fachterminus, kommt von lateinisch
rabidus (verrückt). Über die Jahrhunderte galten Anblick und Klang
eines tollwütigen Hundes als ein Sinnbild für das Schreckliche
schlechthin. Canine Coronavirusinfektion Es handelt sich hierbei um eine
Durchfallerkrankung, die durch das Coronavirus übertragen wird.
Vorwiegend tritt diese Erkrankung bei Jungtieren auf. Da die Krankheit
ausgesprochen schnell verbreitet wird, findet man
Coronaviruserkrankungen häufig in Zwingern, wobei in den betroffenen
Zuchtbeständen meist alle Welpen erkranken. Übertragen wird das Virus
mit dem Kot. Die Tiere zeigen nach einer
Inkubationszeit von 3-8 Tagen ein gestörtes Allgemeinbefinden und
gelblichen Durchfall, der evtl. Blutbeimengungen enthält. Chronische Durchfälle sind auch bei
erwachsenen Hunden möglich. Es besteht wie bei der Parvovirose die
Gefahr der Austrocknung, allerdings sind die Symptome in der Regel nicht
so schwerwiegend wie bei der Parvovirose. Todesfälle sind selten. Aujesky'sche Krankheit (Pseudowut) Es handelt sich bei der Pseudowut um
eine schnell verlaufende, tödliche Viruserkrankung. Erreger ist das
porcine Herpesvirus. Hauptwirt für dieses Virus ist das Schwein, wobei
Infektionen des Schweines häufig symptomlos bzw. mit milden Symptomen
des Atmungstraktes einhergehen. Bei infizierten Ferkeln kommt es z.T. zu
Todesfällen. Die Infektion der Fleischfresser erfolgt meist durch das
Fressen virushaltigen rohen Schweinefleisches oder nicht erhitzten
Innereien. Die Vermehrung des Virus findet im ZNS statt. Nach einer Inkubationszeit von 2-9
Tagen zeigen die Hunde Fieber und Mattigkeit, oder aber auch
Ruhelosigkeit. Als Kardinalsymptom stellt sich dann plötzlich
auftretender, sehr starker, unstillbarer Juckreiz (Be- und Abnagen von Körperteilen)
ein. Auch zeigen die Hunde ZNS-Störungen wie Krämpfe und Lähmungen
und evtl. tobsuchtartige Anfälle ("Pseudowut"). Der Tod tritt
meist innerhalb 24 bis 36 Stunden nach Krankheitsbeginn ein. Wundstarrkrampf (Tetanus) Die Erkrankung tritt nach Wundinfektionen mit
Clostridium tetani auf. Ausgelöst wird die Krankheit allerdings nicht
durch Clostridium tetani selbst, sondern durch bestimmte Toxine
(Giftstoffe) des Keimes. Der Erreger kommt überall vor und kann alle
Tierarten befallen, wobei nicht alle Tierarten gleich empfänglich sind.
Sehr empfänglich ist v.a. das Pferd. Auch beim Menschen und beim
Wiederkäuer wird nicht selten von Tetanusfällen berichtet. Beim
Fleischfresser, also Hund und Katze, verläuft die Krankheit
"gutartiger" und ist relativ selten. Eintrittspforten für den Erreger, bzw.
seiner Sporen, stellen Wunden aller Art, z.B. Kastrationswunden, Bißwunden
oder Nageltritte, dar. Der Erreger vermehrt sich am günstigsten, wenn
ein Wundverschluß erfolgt, so daß kein Sauerstoff in die Wunde
gelangt, da es sich um einen "anaeroben" Keim handelt, der
eine sauerstofffreie Umgebung zur Vermehrung braucht. Das Toxin, welches
der Erreger bildet, hat eine hohe Affinität zum Nervengewebe. Es
gelangt über das periphere Nervengewebe in Richtung Rückenmark und
Gehirn. Durch Störungen der Reizübermittlungen der Nerven kommt es zu
Krämpfen, die durch von außen einwirkenden Reizen (Geräusche, Licht)
noch verstärkt werden. Der Hund zeigt eine starke Längsfältelung der
Kopfhaut, eine Engstellung der Ohren sowie durch Spannung der Kaumuskeln
keine oder eine erschwerte Wasser- und Futteraufnahme. Gelegentlich
werden auch generalisierte Tetanusformen beobachtet. Nach Überstehen der ersten Woche ist die
Prognose relativ günstig. Die Genesung nimmt aber i.d.R. eine Dauer von
4?6 Wochen in Anspruch. Thema Zecken : Entwicklungszyklus der Zecken Die Zecken haben, wie auch die Flöhe,
mehrere Entwicklungsstufen. Allerdings machen sie keine Puppenruhe durch
(hemimetabole Insekten); es finden sich folgende Entwicklungsstadien: Eier - Larve - Nymphe - adulte
Zecke. Die vollgesogenen Weibchen legen unter
Steinen und Pflanzen ihre Eier ab; danach sterben sie. Nach ca. 3 bis 5
Wochen schlüpfen die 6-beinigen Larven. Diese haben ein spinnenähnliches Aussehen
und sind ca. 1mm groß. Nach ca. 5 - 7 Wochen häuten sich die Larven
zur 8-beinigen Nymphe und nach wiederum 10
bis 18 Wochen häutet sich die Nymphe zur erwachsenen (adulten) Zecke.
Jedes Entwicklungsstadium muß Blut saugen,
bevor es sich zum nächsten Stadium häutet. Je nachdem, ob jedes
Entwicklungsstadium ein neues Opfer befällt, Blut
saugt und sich anschließend wieder fallen läßt, oder ob die gesamte
Entwicklung auf einem Wirt stattfindet, unterscheidet man ein- und
dreiwirtige Zecken. Ixodes ricinus ist dreiwirtig, also befällt jedes
Entwicklungsstadium der Zecken ein neues "Opfer". Die Larve
befällt meist kleine Säugetiere (z.B. Nagetiere), die Nymphe etwas größere Säugetiere, wie z.B. Vögel
oder Eichhörnchen, aber auch häufig Kinder und unsere Haustiere. Die
adulte Zecke von Ixodes ricinus befällt sowohl Hunde, Katzen, Rinder, Schafe
und andere Wild- und Haustiere als auch den Menschen. Bei Rhipicephalus sanguineus handelt es sich
ebenfalls um eine dreiwirtige Zecke. Allerdings befällt diese Zecke
ausschließlich den Hund. Die Entwicklung des Holzbockes kann innerhalb
ein paar Monaten vonstatten gehen. Meist dauert sie aber 2 bis 3 Jahre,
da nicht immer ein geeigneter Wirt zur Verfügung steht. Die Entwicklung von Rhipicephalus sanguineus
verläuft dagegen im allgemeinen schneller, da diese Zeckenart nur auf
eine Spezies angewiesen ist. Erwachsene Zecken kann man morphologisch gut
an der Beinstellung unterscheiden. Bei Ixodes ricinus ragen die Beine am
Kopfbereich vorne heraus, wohingegen bei Rhipicephalus sanguineus die Beine seitlich
herausragen. Auch verankert sich Rhipicephalus sanguineus
nicht so stark in der Haut, so dass diese Zeckenart leichter zu entfernen ist. Zeckenprophylaxe Das
Ziel bei einem Schutz vor Zecken sollte eine Zeckenprophylaxe sein, so
dass die Zecken abgetötet werden, bevor sie sich festbeißen und Blut
saugen. Nur so kann eine Übertragung
von Krankheitserregern ausgeschlossen werden. Nur Substanzen, die als Repellent wirken, können
den Biß der Zecke verhindern. Sie halten die Parasiten von der Haut
fern, gleichzeitig nehmen die Parasiten aber
durch ihre Fluchtversuche genug chemische Substanz auf, so dass sie
abgetötet werden. Diese Repellenteigenschaft, besitzen u.a. die
Pyrethroide. Zu dieser Wirkstoffgruppe gehört beispielsweise Permethrin. Pyrethroide gibt es in vielen Formulierungen,
wie Halsbänder, Puder, Shampoos und auch einem spot-on Präparat. Als sehr praktisch haben sich die spot-on Präparate
bewiesen. Dies sind Lösungen, welche in kleinen Ampullen verpackt sind
und direkt punktuell auf die Haut aufgetragen werden. Bei dem spot-on Präparat mit Permethrin
(nur für Hunde) verteilt sich die Substanz über die Hautoberfläche
innerhalb von 24h und wird dann
in den oberen Hautschichten eingelagert. Die Wirkungsdauer beträgt 4
Wochen, da das Präparat mit der Zeit durch die natürliche
Hautschuppung abgestoßen wird. Der Hund kann unbedenklich gestreichelt
werden. Regen, aber auch gelegentliches Baden beeinträchtigt die
Wirkung nicht. Falls sich doch eine Zecke festgebissen hat,
sollte diese unter "Streßvermeidung" möglichst schnell und
schonend entfernt werden, da es sonst zu einer verstärkten Übertragung der Krankheitserreger kommen kann.
Die Krankheitserreger befinden sich unter anderem in den Speicheldrüsen
im Hinterleib. Eine Quetschung des Zeckenkörpers sollte daher vermieden werden.
Am besten wird die Zecke unter einer leichten Drehbewegung mit einer
Pinzette entfernt. Ein Betäuben der Zecke mit Öl, Klebstoff oder sonstigen
"Hilfsstoffen" sollte tunlichst vermieden werden. Falls der
Zeckenkopf in der Haut verbleibt, so wächst diese meist nach einer gewissen Zeit heraus. Er kann sich aber
auch abkapseln und bleibt so als kleines Knötchen zurück. Wenn eine
Entzündung entsteht, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Text: Frau Dr. Franz |