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Trotz nach fast 15.000
jährigem Zusammenleben mit dem Menschen haben sich die hochentwickelten
Sinne des Jägers erhalten. Eigentlich sind unsere
Hunde dazu in der Lage sich selbst ihre Nahrung zu beschaffen, doch die
meisten tun dies nicht. Hundewelpen kommen schon mit dem Instinkt eines
Jägers zur Welt. Sehr früh in ihrem Leben beginnen die Welpen
spielerisch zu jagen. Im Alter von ca. 6 Wochen, bildet sich der Teil im
Gehirn aus der für die Kommunikation verantwortlich ist. Die meisten
Hunde müssen im Alter von 8-12 Wochen ihre Mutter und Geschwister
verlassen und haben uns Menschen als Bezugsperson. Der Hund sieht die
Familie in der er lebt als sein neues Rudel an und folgt dem Rhythmus
ihres Tagesablaufs. Die meisten Hunde fühlen
sich sicher im normalen Trott des Alltags, eigentlich will er damit nur
einer von uns sein. Stadthunde akzeptieren die Einschränkungen die das
Leben mit sich bringt, wenn sie nur mit dem "Rudel" zusammen
sein können. Eine kleine Wohnung ist für den Hund die Wolfshöhle. Sie
richten sich bei richtiger Erziehung und Bindung ganz nach dem Leittier,
stehen auf wenn es aufsteht und fressen wenn es auch frist. Die meisten
Hunde sind ganz auf ihr Rudel eingestellt. Reine Haushunde haben kaum
die Gelegenheit sich als Arbeitshunde zu betätigen, ihr Leittier
(Mensch), gibt beim gemeinsamen Verlassen der Wohnung (Höhle) das
Startsignal zur Jagd. Stöckchenspielen Selbst für einen älteren
Hund ist die Tradition des Stöckchenspiels noch ein Kinderspiel. Schon Welpen nehmen
einen Stock und lassen sich von ihren Geschwistern jagen. Es bereitet
ihnen Spaß und außerdem zeigt sich schnell wer der Stärkere ist.
Unser Hund provoziert uns beim Spielen mit dem Stock, denn wie alle
Hunde will er sehen wie weit er gehen darf. Spielerisch will er
herausfinden ob er sich der Dominanz seines Besitzers durchsetzen kann.
Deshalb beherzigen im Zweifelsfalle den Ratschlag erfahrener
Hundekenner: Nach dem Spiel mit dem Stock, nehmen sie diesen
demonstrativ an sich und überlassen sie ihn am Enden nicht ihrem Hund.
Derjenige der das Teil mit nach Hause nimmt hat gewonnen! Gefahrerkennung für
den Hund Ein Hund erkennt eine,
für uns vermeidliche Gefahr, lange vor uns Menschen durch ihr feines
Gehör können sie ein Geräusch in 4x weiterer Entfernung wahrnehmen
als wir. Dank ihres Frühwarnsystems hat der Hund genügend Zeit die
Gefahr abzuwenden. Auch das was nur der Hund für gefährlich hält. Das
Verhalten unseres Hundes, wenn z.B. wenn jemand an der Tür klingelt
oder am Gartenzaun vorbei kommt scheint für uns Menschen in den meisten
Fällen Sinnlos. Doch dein Hund ist sich sicher, das Rudel und das
Territorium wieder einmal gerettet zu haben. Futter Die meisten Hunde
vertilgen ihr Fressen gierig wie ein Wolf als wenn es die letzte
Mahlzeit für ihn sei. Sie fressen auch Aas, genauso wie ein Wolf es in
der freien Natur tun würde, also alle was sie kriegen können. Wenn es
etwas fressbares zu stehlen gibt tun sie es, wie ihr Stammvater.. Die meisten kleinen
Hunde, wie z.B. ein "Jack Russel Terrier" mögen zwar niedlich aussehen,
aber sie wurden einst vom Menschen zu furchtlosen Untergrundkämpfern
gezüchtet. In dunklen Wiesel und Fuchsbauten musste sie die Beute aufspüren
und angreifen. Das ganze liegt den Hunden im Blut; selbst in unserer
bequemen Welt. Die gesamten Wahrnehmungen des Hundes, sind dazu
ausgerichtet sich in einer feindlichen Welt das überleben zu sichern!
Selbst wenn ihr Hund zu ruhen scheint, kann er sich binnen
Sekundenbruchteilen in einen furchtlosen Kämpfer verwandeln. Jeder Hund
hält das Territorium ihres Rudels, Tag für Tag aufs neue bedroht. Sie
geben acht auf eine noch so kleine Geste oder Geräusche die auf einen
Eindringling schließen könnten. Hunde merken selbst
kleinste Veränderungen unseres Verhaltens. Dies kann manchmal zu
Missverständnissen führen. Die Sinne Die Hörfähigkeit
unseres Hundes: Das Gehör unserer
Hunde ist so gut, das er Tonhöhen unterscheiden, die nur eine achtel
Note auseinander liegen. Sie sind dazu in der Lage, selbst entfernteste
Geräusche so wahrzunehmen als kämen sie aus nächster Nähe. Die
Empfindlichkeit für hochfrequente Töne lassen ihn in einer völlig
anderen Welt leben als uns Menschen.. Bemerkenswert dabei
ist die Tatsache das unser Hund sich nur Geräusche herausfiltert die
ihn interessieren. Wir Menschen tun das auch, nur ist unser Hund darin
wesentlich besser. Von seinen Vorfahren, den Wölfen haben unsere Hunde
den Gehörsinn geerbt. Er ist dazu in der Lage eine Geräuschquelle
binnen einer 6/100 Sekunde zu orten und zu identifizieren. Sie erkennen
das Auto ihres Besitzers schon aus weiter Entfernung am Motorengeräusch.
Nicht nur das; sondern er ist dazu in der Lage das Quietschen des
Reifens und das Schleifen des Keilriemens zu unterscheiden. Für uns
Menschen hört sich dies wie ein einziges Lärm an, doch für den Hund
ist es eine ganz spezielle Mischung an Geräuschen, die genau dieses
Auto ausmachen. Ein Hund ortet und identifiziert Geräusche die wir
nicht einmal erahnen. Das Gehör des Hundes nimmt vor allem hohe
Frequenzen wahr, wie z.B. das quieken kleiner Beutetiere. All diese Höreindrücke
müssen vom Hund natürlich verarbeitet werden. Entsprechend groß ist
das dafür zuständige Gehirnteil. Der Hund kann Schwingungen auch im
Ultraschallbereich bis zu 40.000 Hz wahrnehmen. Die Wahrnehmungsfähigkeit
des Menschen endet bei ca. 17 000 Hz.! Schwingungen im Bereich von 00 Hz
kann der Hund auch noch auf große Entfernungen von 25 m registrieren.
Der Mensch hört Schwingungen im gleichen Bereich nur auf eine
Entfernung von höchstens 6 m. Die beweglich angeordneten Ohrmuscheln
des Hundes lassen ihn Geräuschquellen mit einer Abweichung von höchstens
1 -2% orten. Die gleiche Geräuschquelle würde der Mensch ziemlich
sicher um 16 % verfehlen. Doch eine andere Fähigkeit unserer Hunde ist
noch wesentlich ausgeprägter. Der Geruchsinn Das Riechorgan unserer
Hunde arbeitet mit sehr feinen Abstufungen. Während wir nur dazu in der
Lage sind einen dominanten Geruch zu
erkennen, nimmt unser Hund eine Vielzahl einzelner Duftnoten
wahr. Unsere Hunde sind von
Natur aus ausgebildete Jäger die zum überleben Wild
aufspüren mussten. Heute noch überprüfen unsere Hunde mit
jedem Atemzug die Luft auf deren Bestandteile. Um herauszufinden
woher ein interessanter
Duft kommt, dreht unser Hund seine Nasenflügel und folgt
dieser Spur. Die
mikroskopisch kleinen Hautreste die ein Beutetier abstößt, liegen wie
ein markierten Pfad vor seiner Nase.
Die Welt des Hundes ist besteht also in der Hauptsache aus Gerüchen
die uns Menschen weitgehend
verschlossen sind. Sogar in schläfrigem
Zustand nimmt unser Hund noch Gerüche wahr, die selbst mit
hochwissenschaftlichen Geräten nicht auszumachen sind. An den
Gerüchen die wir mit in die
Wohnung bringen stellt unser Hund fest, wo wir gewesen sind, was
wir getan haben und welch anderen Hunden wir begegnet sind.
Sie erkennen mit Ihrer Nase ob jemand krank ist, meist früher
als der Betreffende selbst.
In seine Nase sitzen ca. 220 Mio. Geruchsrezeptoren, gegenüber 5
Mio. bei uns.
Würde man die Membranen die sich in seiner Nase befinden, flach
auf dem Boden ausbreiten, könnten
wir damit eine Fläche von etwa 7 qm
bedecken. Bei unseren Membranen kämen wir gerade mal auf einen
halben qm. Also ist unser
Hund ganz auf Körpergerüche eingestellt und stellt so fest,
ob er es mit Freund oder Feind zu tun hat.
Die Augen
Auch sieht der Hund
ganz anders als wir Menschen. Während
unserem Hund das Gehör und die Nase als Frühwarnsystem dienen, geht
die Jagt erst richtig los wenn eine Beute sein Gesichtsfeld
kreuzt. Das Sichtfeld des
Hundes ist um 70% weiter als das des Menschen. Dafür ist seine Optik weniger scharf. Nur Objekte die sich
bewegen kann unser Hund
extrem gut sehen. Er nimmt Bewegungen 10x besser wahr als
wir. Die Augen unseres Hundes sind ideal zu jagen in der Morgen
oder Abenddämmerung. Wenn es in einem Raum so dunkel ist das ein Hund nichts mehr
sehen kann, bedient er sich
seiner Barthaare. Mit ihrer Hilfe spürt er Bewegungen.. Die physische Leistungsfähigkeit des Hundes
Neben den aufgeführten
Sinnesleistungen ist die physische
Leistungsfähigkeit ausgesprochen notwendig für die sportliche
Verwendung. Hunde
verfügen über eine beachtliche Grundschnelligkeit, Ausdauer und
über eine hohe
Sprungkraft. Sie sind selbst gegen sehr ungünstige klimatische
Einwirkungen widerstands- und anpassungsfähig. Ihr kräftiges
Gebiss macht sie zu
ausgesprochen wehrhaften Lebewesen und verleiht ihnen
deshalb gebührenden Respekt.
Klassifizierung der
Hundetypen (nach Pawlow)
Der Melancholiker: Wesenseigenschaften:
schwacher Typ, passive Verhaltensweise, ängstliches
Gebaren, geringer Aktionsradius, ausgeprägter Fluchttrieb,
ausgeprägtes Meidverhalten,
niedrige Reizschwelle, mangelndes Selbstvertrauen,
überwiegend gehemmt. Ausbildungsmöglichkeiten:
als Diensthund untauglich, begrenzte Tauglichkeit
als reiner Wachhund und Familienhund. Auch bei noch so optimaler
Abrichtung sind keine nennenswerten Erfolge möglich.
Der Choleriker: Wesenseigenschaften:
starker, unausgeglichener Typ, aktive Verhaltensweise,
zügelloses Gebaren, übermäßiger Aktionsradius, ständige
Erregbarkeit, ausgeprägter Wehrtrieb, niedrige Reizschwelle,
wirkt oft überdreht,
selten gehemmt. Ausbildungsmöglichkeiten:
als Dienst und Wachhund durchaus tauglich,
Tauglichkeit als Familienhund aufgrund komplizierter Ausbildung
und Erziehung nur begrenzt.
Der Sanguiniker: Wesenseigenschaften:
Starker, ausgeglichener Typ, aktive Verhaltensweise,
kontrolliertes Gebaren, hoher Aktionsradius, ausgeglichene
Erregungs- und
Hemmungsprozesse, mittlere Reizschwelle, wirkt meist sehr selbständig
und ausgeglichen. Ausbildungsmöglichkeiten:
uneingeschränkte Tauglichkeit zu allen
Verwendungs- und Einsatzmöglichkeiten. Die Ausbildung gestaltet
sich relativ
einfach und führt relativ schnell zum gewünschten Erfolg.
Der Phlegmatiker: Wesenseigenschaften: stark, ausgeglichen, träge; passive Verhaltensweise, träges Gebaren, niedriger Aktionsradius, langsame Erregungs- und Hemmungsprozesse, hohe Reizschwelle, wirkt meist lustlos, träge und faul. Ausbildungsmöglichkeiten: als Dienst und Wachhund eingeschränkt tauglich. hohe Tauglichkeit als Familienhund, da sehr ruhig, ausgeglichen und berechenbar. einziger Hemmschuh bei der Ausbildung ist oftmals fehlende Arbeitsfreude. |