| Eichenprozessionsspinner-Raupe |
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Aus ganz
aktuellem Anlass hier nochmal einen Artikel, den ich vor einiger Zeit
geschrieben habe. Er war in mehreren Zeitungen und mittlerweile fragen
einige VDH-Rasse-Club nach, um ihn in ihren Verbandszeitungen zu veröffentlichen.
Die Eichenprozessionsspinner-Raupe.
Sie lebt ausschließlich auf Eichen. Man erkennt deutlich sackförmige
Nester in den Astgabeln. Nachts machen sie sich in Form einer
"Prozession" über den ganzen Baum her.
Die Haare der Raupe sind
hochgradig giftig. Sie fliegen 200 mtr. durch die Luft.
Mittlerweile gibt es einige Berichte in TV, bei denen empfohlen wird,
die Raupen zu verbrennen (ist auch wirklich das einzige GEgenmittel) und
die Asche zu vergraben.
Macht letzteres blos nicht.
Das
Gift ist 100% hitzeresistent und würde Euch den Boden verseuchen !!!!
So und jetzt mein Bericht von 2006:
Mein kleiner Rüde Teddy (5 Mon.) kam am Montag in die Klinik mit
starken Anzeichen einer Vergiftung.
Erbrechen im 15 min. Abstand, weißes Zahnfleisch, hohes Fieber 40 °,
Kreislaufkollaps.
Im Erbrochenen waren schwarze Krümel, ähnlich wie Granulat, aber erdig
ohne Steinchen.
Später kam nur noch Galle
Nach Erstellen von Blutbild, Urinprobe, Röntgenaufnahme, war die
Diagnose sehr eindeutig:
Pyroplasmose oder Babesiose, zusätzlich eine stark vergrößerte Leber
( die Leber reagiert automatisch auf Vergiftung mit Vergrößerung, die
sich später wieder zurückbildet)
Die stark vergrößerte Leber machte dem Tierarzt etwas Kopfweh. Da dies
kein Symptom von den beiden genannten Krankheiten ist.
Diese Krankheiten werden von Zecken übertragen, die aber nur in
bestimmten Regionen Deutschlands vermehrt vorkommen.
Dem Hund wurde ein Gegengift für Pfanzen und Tiergifte gespritzt und
ein starkes Antibrechmittel. Weiterhin wurde ihm ein Mittel verabreicht,
das reichlich Leinöl (zum Abtransport der Giftstoffe) und Substanzen
zum Schutz der Magenschleimhaut enthielt. Dieses Mittel wurde einen
ganzen Tag lang jede Stunde 3 ml. eingegeben. Sollte der Brechreiz nicht
aufhören, dann gab mir der TA Sedalin mit, zur Ruhigstellung.
Zuhause angekommen, hatte mittlerweile meine Hündin auch die gleichen
Sympthome und wurde auch mit den Mitteln behandelt.
Es war eine lange Nacht, die die Beiden nur durch Ruhigstellen mit
Sedalin überlebten. Der Brechreiz und der damit verbundene
Wasserverlust wäre sonst zu stark gewesen.
Mein Mann suchte das ganze Gelände ab und fand dann auch den Grund der
Vergiftung:
Asche von verbrannten Raupen des Eichenlaubprozessionsspinners und deren
Nester.
Dazu ein kleiner Zwischenstopp:
Im Sommer 2005 gab es gerade im Saarland ein vermehrtes Aufkommen dieser
Raupen. Es wurden stellenweise Schulen geschlossen und Wohngebiete
evacuiert. Die Haare der Raupen sind hochgiftig. Lösen Allergien,
Atemnot bis hin zum Herzstillstand aus. Sie fliegen ca. 100 mtr. durch
die Luft. Beim Abernten im Schutzanzug durch die Feuerwehr, mußten
anliegende Gebäude geräumt werden. Die Gefahr der Ansteckung war zu
groß.
Die Raupen befinden sich ausschließlich auf Eichen.
Wir selbst haben Eichen auf dem Grundstück und schrecklich viele dieser
Nester. Mein Mann entfernte sie wie gesagt im Schutzanzug und verbrannte
alles.
Meine Kinder und mein Mann hatten vorher sehr starken Ausschlag. Die
Pferde kratzten sich blutig. Bei den Hunden vermutete ich Grasmilben,
bis uns das mit den Raupen auffiel.
So, auf jeden Fall hatten die Hunde eindeutig von dieser Asche
gefressen. Wohl nicht viel, aber genügend.
Am Dienstag Morgen war ich ganz früh mit beiden erkrankten Tieren
wieder in der Klinik. Da wir nun das Gift kannten, informierte mein TA
sofort per Internet eine Ärzteschaft, die alle Hebel in Bewegung
setzten.
1/2 Stunde später das Ergebniss:
Die Asche dieser Raupen ist genauso giftig, wie die Raupe selbst. Das
Gift übersteht die Verbrennung. Und egal ob Berührungskontakt oder
Aufnahme, kommt es zu großen Vergiftungen. Das Gegenmittel hatte mein
TA glücklicherweise am Vortag unbewußt gespritzt, so daß der Kleine
dann schon auf dem Weg der Besserung war.
Eine weitere halbe Stunde später kam dann die 2.Mail der Ärzteschaft:
Die Sympthome, die das Gift auslöst, sind die gleichen, wie bei einer
Pyroplasmose oder Babesiose. Als einziger Unterschied, eine starkt vergrößerte
Leber.
Also genau das Ergebnis, daß am Tag zuvor bei den Untersuchungen
rauskam.
Mein TA fand es am Tag zuvor auffällig, daß er so viele Hunde mit
diesen Sympthomen im letzen Jahr behandelte. Vielleicht war es auch da
keine Pyroplasmose sondern eine Reaktion auf diese Raupen.
Ich möchte Euch einfach nur mit auf den Weg geben:
Sollte Euer Hund (oder auch Eure anderen Tiere) von Frühjahr bis Herbst
einen starken Juckreiz haben, dann schaut nach, ob in angrenzenden Gärten
oder Eurer Hundespielwiese, Hundeplatz usw. Eichen stehen.
Dies ist kein Scherz.
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