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Der
Mensch muss lernen, den Hund zu verstehen.
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Der
Mensch muss lernen, das Verhalten des Hundes richtig zu
interpretieren.
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Der
Mensch muss lernen, die Gesetze der Hunde, die die soziale Ordnung des
Hundes bestimmen, zu erkennen und zu respektieren.
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Der
Mensch muss lernen, sich dem Hund gegenüber so auszudrücken, dass
der Hund ihn auch versteht.
Die
Erziehung des Hundes
Punkt 1
Die
Problematik:
Wir Menschen fordern von unseren Hunden Verhaltensweisen, auf die wir im
Zusammenleben mit ihnen nicht verzichten können und dürfen, die aber den
psychischen und sozialen Bedürfnissen des Hundes nicht gerecht werden.
Sie werden nicht nur nicht gerecht, sondern widersprechen in den meisten Fällen
den Verhaltensmustern des Hundes.
- Der
Hund darf etwas nicht tun, was er gerne möchte
- Der
Hund soll etwas tun, was er nicht gerne möchte
Der
Hund muss also Verhaltensweisen lernen, die nicht in seinem genetischen
Programm fixiert sind, wie z. B. langsam zu laufen, wenn er schnell laufen
möchte, alleine zu Hause zu bleiben, wenn er doch gerne mit möchte,
liegen zu bleiben, wenn ein anderer Hund in Sichtweite zu sehen ist, und
vieles mehr.
Auf der anderen Seite darf der Hund genetisch fixierte Verhaltensweisen,
wie z.B. jagen, hetzen, Beute töten, nicht ausüben.
Wir haben es hier also mit zwei extrem gegensätzlichen Motivationslagen
zu tun.
Genau hier müssen
wir Menschen als "Erzieher" des Hundes ansetzten. Wir müssen
einfühlsam die Verhaltensweisen lehren, die wir Menschen vom Hund fordern
und die der Hund von sich aus niemals ausführen würde. Daher kann der
Hund sie auch nicht verstehen. Das ist der Punkt den der Mensch als
"Erzieher" immer berücksichtigen muss.
Eine
weitere Frage, die sich im Umgang mit dem Hund stellt, ist folgende:
"Wie
lernt der Hund?"
Glauben
wir Menschen wirklich, dass ein so hoch entwickeltes soziales Lebewesen,
wie unser Hund nur über "ja" oder "nein", über
Zuckerbrot und Peitsche, lernt? Damit würde die Lernfähigkeit unserer
Hunde auf das Niveau eines
Regenwurmes gestellt. Regenwürmer konnten in Laborversuchen mit Hilfe von
elektrischen Strafreizen so dressiert werden, dass sie entgegen ihres
gewohnten Verhaltens, lernten, in eine dunkle Kammer zu
kriechen. Gewiss kann ein Hund wie auch jeder Mensch wie ein
Regenwurm lernen und zwar:
·
Der Reiz
ist positiv, da wendet man sich hin
·
Der
Reiz ist negativ, da wendet man sich ab,
Das
kann je nach der Intensität des Reizes eine sehr effektive Art des
Lernens sein.
Eine
wesentlich differenziertere Form des Lernens ist folgende:
Ein Hund zeigt ein Verhalten, das in keiner Beziehung zum Menschen steht.
Er beobachtet z.B. etwas und setzt sich dazu hin. Der Mensch reagiert auf
dieses Verhalten positiv und belohnt den Hund dafür. Der Hund erkennt,
dass die positive Reaktion in Beziehung zu seinem „Sich
setzen“ steht. Daraufhin entscheidet er, diese Handlung zu
wiederholen. Das für den Hund zunächst neutrale Verhalten bekommt
aufgrund der positiven Reaktion des Menschen
eine psychisch positive Bewertung. Der Hund wiederholt freiwillig
seine Handlung. Der Mensch muss dieses Verhalten nur noch an bestimmte
Situationen binden.
Die
langjährigen Verhaltensbeobachtungen haben gezeigt, dass der Hals des
Hundes für die
Entwicklung seines Sozialverhaltens ein äußerst
bedeutender und überaus sensibler Körperbereich ist. Er ist
sozusagen die soziale Empfangsstation, die für positive und negative
Zuwendung höchste Empfindsamkeit zeigt. Dabei konnte man beobachten, dass
Hunde dem Hals auch noch bestimmte Funktionsbereiche zuordnen.
Der Nacken und die Kehle dienen der Regelung der
Unterlegenheit. Die beiden Seiten des Halses rechts und links gehören den
intimen Freunden. Damit sind unter Hunden die zur Hundegemeinschaft gehörenden
Mitglieder und beim Menschen die Personen gemeint, die mit dem Hund im
engsten Familienverband leben.
Die Kehle ist der empfindlichste Teil des Halses.
Der Hund bietet sie dem Menschen noch zusätzlich für intensives
Streicheln an. Dies kann er aber nur dann, wenn er ganz besonders
entspannt ist und großes Vertrauen zu seinem Menschen hat.
Punkt 4
Hunde
verständigen sich vorwiegend über die Körpersprache. Die Stimme setzt
der Hund nur zur Bekräftigung seiner Körpersprache ein. Der logische
Schluss liegt daher nahe, dass Hunde zur Verständigung einen gewissen
Abstand einhalten müssen, damit sie sehen können, was der „Andere“
mitteilen möchte.
Genau hier kann der Mensch im Umgang mit dem Hund ansetzen.
Er verwendet zur Kommunikation mit dem Hund die Körpersprache, --- die
auch häufig Menschen untereinander anwenden --- ,erhält damit eine
gewisse Distanz, die zugleich einen
Teil der so wichtigen Individualdistanz darstellt und signalisiert, dass er
seinen Hund achtet. Die Stimme setzt er für das „freundliche Gespräch“
und das Lob ein. In der Testphase des Hundes, wenn dieser genau wissen
will, ob alles so „ernst“ gemeint ist, verwendet der Mensch die
deutliche Stimme als
„Knurrstimme“. Das versteht der Hund. Er wird sich im Umgang mit
seinem Menschen wohlfühlen und sich gerne den menschlichen Regeln fügen.
Nach diesen Überlegungen glaube ich, erkennen wir problemlos, dass wir
auf alle technischen
Hilfsmittel verzichten können und dies
auch aus Rücksicht
auf unseren Hund tun müssen. Negative Körpereinwirkungen, technisch oder
körperlich gegeben, führen eher zu Problemen, anstatt sie zu lösen.
Scheinbare Erfolge, die auf diese Weise erreicht werden, sind oft nur von
kurzer Dauer. Häufig zeigen Hunde plötzlich Auffälligkeiten, die zunächst
unerklärlich sind und doch im Zusammenhang mit den für den Hund unverständlichen
Erziehungsmaßnahmen stehen.
Wann werden wir Menschen endlich unseren Hund verstehen und unsere
barbarischen Maßnahmen, die nach wie vor proklamiert werden, einstellen?
Mein ehrlicher Wunsch wäre es, dass wir Menschen lernen, unsere Hunde mit
dem Verstand und positiver Zuwendung zu führen. Grobe Ignoranz und Überheblichkeit
machen den Hund zum Objekt des Menschen statt zu seinem Partner.
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