Informationen über Clicker-Training:

Clicker-Training ist eine in den USA seit 1995 bei Hundeleuten bekannte, bereits viel verwendete Methode der Arbeit mit Tieren, die in jüngster Zeit auch in Europa immer beliebter wird. So wollen sich jetzt viele Hundebesitzer selbst ein Bild von dieser modernen Trainingsmethode verschaffen - wie es auch uns vor einigen Jahren ging.

Zuerst tauchen dabei meist einige Fragezeichen auf:

* Wie funktioniert dieses Clicker-Training eigentlich? - und -
* Ist das etwas für meinen Hund, wo bringt es uns Vorteile?

Deshalb möchten wir Ihnen hier ein paar Erklärungen zu dieser wunderbaren Methode bieten: Benutzen Sie die Themen-Links, wenn Sie zu den einzelnen Kapitel springen wollen. Scrollen Sie einfach nach und nach hinunter, wenn Sie alles lesen möchten:

Tiertraining mit Belohnung
Das Besondere am Clicker-Training
Seit wann gibt es Clicker-Training?

So lernt ein Hund mit dem Clicker
Lern-Theorie: Basis des Trainings
So ist das mit den Kommandos

Ist Clicker-Training etwas für uns?
Was kann (m)ein Hund so alles lernen?
Wo kann ich das im Raum Wien lernen?

Tiertraining mit Belohnung:
Click und Treat bedeutet, das bei dieser Trainings-Methode mit Belohnungen gearbeitet wird. Ist das neu? Nicht wirklich! Viele gute Tierlehrer haben seit Urzeiten Belohnungen aller Art eingesetzt. Wie das? Nun, man versuchte einfach, durch richtig eingesetzte positive "Bestätigungen" wie Lob, der ernsthaften Übung folgendes Spiel oder durch Futter dem Tier das richtige Verhalten "schmackhaft" zu machen. Diese Möglichkeit, erwünschte Aktionen des Hundes zu belohnen und den Hund damit zu motivieren, ist jedem guten Trainer bekannt. So wird das Interesse des Hundes an aufmerksamer Mitarbeit geweckt - denn sie lohnt sich für ihn.

Durch "Futter-Belohnung" lernte auch der Stammvater unserer Hunde, der Wolf, welche Jagd-Aktion ihm jeweils am raschesten die leckerste Beute einbrachte. Die erfolgreiche gemeinsame Jagd des Wolfsrudels spielen wir mit unserm Hund z.B. nach, wenn wir nach guter Zusammenarbeit mit uns ein Leckerli geben oder ihm ein beim Training ein motivierendes Jagd-Erlebnis in Form einer Fährtensuche oder einer "Jagd nach dem Ball" gönnen.

Das Besondere am Clicker-Training:
Auch hierbei handelt es sich um ein Training mit Belohnung, der Fachausdruck dafür lautet: Training mit positiver Verstärkung. Belohnung heißt nun nicht unbedingt nur Futter. Wie jeder weiss, kann man viele Hunde besser mit anderen Dingen motivieren, belohnt wird mit allem, was der Hund gern hat.
Beim Clicker-Training wird dem Hund zusätzlich ein Signal beigebracht, das ihm ankündigt, daß er sich soeben eine Belohnung verdient hat. Jede "Gewinn-Show" im TV funktioniert so: zuerst kommt die Fanfare, die sekundengenau die richtige Antwort kennzeichnet, danach wird erst das Bild von der eigentlichen Belohnung eingeblendet. Das "Click"-Geräusch bedeutet für den so geschulten Hund: Das, was du eben machst, ist richtig - es ist so gut, das du dir damit eine tolle 'Prämie' verdient hast!

Seit wann gibt es "Clicker-Training"?
Diese Art des Trainings ist älter, als man meinen würde: Bereits in den fünfziger Jahren wurden solche Methoden von Schülern Skinners u.a. in der Ausbildung von Tieren für das Militär in den USA verwendet. Profis in Film und TV arbeiten seit etwa der gleichen Zeit damit - und verrieten natürlich kaum jemand etwas von dieser genial-einfachen Schulungs-Methode.
Die modernen Delphin-Shows wurden erst durch diese Art des Trainings möglich, denn einen Delphin kann man nun einmal nicht an die Leine legen und auch die spektakulären Sprünge auf das Publikum zu, vom Trainer mit seinem lockenden Fisch weg, lassen sich mit direkter Belohnung (dem Fisch in der Hand) nicht einüben. Bei Delphinen wird meist mit einer Pfeife als Signalgeber gearbeitet, da sie diesen Laut auch unter Wasser gut hören. Achten Sie einmal bewusst darauf, wenn Sie die Möglichkeit haben, solche Shows zu sehen: Der Pfiff ertönt jeweils direkt beimHöhepunkt der Übung - als präzises Belohnungs-Signal, nicht vorher, wie als Kommando oder deutlich nachher, wie oft unser gesprochenes 'braver Hund'!
Durch Karen Pryor - die zuerst Delphine trainierte - und andere amerikanische Trainer wie z.B. Garry Wilkes wurde die Methode im letzten Jahrzehnt in der Hundeszene eingeführt. Der von ihnen benutzte Clicker ähnelt einem Kinder- Knackfrosch, er erzeugt ein charakteristisches Geräusch.
Nochmals: Erst durch entsprechendes Training erhält dieses Geräusch für den Hund eine Bedeutung. Ohne gleich anschließend gegebene Belohnung verliert dies Trainings-Instrument rasch wieder seine starke positiv motivierende Wirkung auf den Hund.

So lernen Hunde mit dem Clicker
Durch den Click - die indirekte Belohnung - haben wir beim darauf konditionierten Hund die Möglichkeit, ihn bei einem von uns erwünschten Verhalten zu bestärken, auch dann wenn er gerade von uns entfernt oder von uns abgewendet ist: z.B.

* während der Hund beim Agility durch den Reifen springt: Click
* während der Hund vorbildlich in Show-Position steht oder trabt: Click
* während der Hund beim "Voran" wirklich freudig losgaloppiert: Click

In solchen Momenten können Sie dem Hund kaum eine direkte Belohnung geben, so prompt können Sie kaum "brav so" sagen - solche Lob-Worte sind übrigens auch schon "konditionierte" Verstärker! Sie dienen dem Hund zumeist als 'Sicherheits-Signal': du hast das richtig gemacht, ich werde dich jetzt nicht tadeln, du bist sicher vor Strafe - eine eher unpräzise Information für die Zukunft und nur bedingt motivierend in ihrer Wirkung ...

Der Clicker markiert für den Hund eindeutig, daß Sie diesmal mit diesem Teil seiner Aktion besonders zufrieden waren. Die "Werkzeuge" des Clicker-Trainers dafür sind:
a) ein Clicker als Signalgeber
b) einige für den Hund interessante Belohnungen
c) die präzise Vorstellung davon, was unser Hund jetzt genau tun soll
d) und - vor allen Dingen - genaues Wissen um das Lernverhalten von Hunden ...

Lern-Theorie: die Basis des Clicker-Trainings
Clicker-Training - von jetzt ab abgekürzt als CT - setzt altbekannte Regeln aus der Verhaltens- und Lern-Forschung exakt in die Praxis um, deswegen wirkt es so verblüffend gut: es ermöglicht dem Hund rasches Lernen.

Einige dieser Regeln sind hier kurz zusammengefasst:

1) Verhalten wird durch seine Folgen bestimmt
Was heisst das? Ganz einfach: Tu wiederholt, was Dir guttut; unterlaß, was Dir nicht gut tut. Was bedeutet das für unseren Hund: Er zieht z.B. das Tischtuch vom Tisch, laut scheppernd fällt ihm das Geschirr auf den Kopf. Eine unangenehme Folge, so daß er dieses spezielle Verhalten in Zukunft wohl kaum wiederholen wird. Anders liegt der Fall, wenn bei der gleichen Aktion sanft der leckere Schweinsbraten vom Tisch gleitet: Eine äußerst angenehme Folge, wodurch die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, daß der Hund dieses Verhalten wiederholt, um so zu einer leckeren Mahlzeit zu kommen, denn Lernen durch "positive Verstärkung" motiviert.

2) Klassische Konditionierung: ein Signal erhält eine Bedeutung
Pavlov (der mit der Glocke und den sabbernden Hunden) und Skinner (der mit den Ratten im Käfig mit Taste zum Futter-Automaten) waren Pioniere der Erforschung des Lernens bei Mensch und Tier. Sie fanden heraus, daß ein ursprünglich bedeutungsloses Geräusch, dem ständig etwas Gutes folgt, rasch zum ankündigenden Signal für ' jetzt kommt gleich ....' wird. So entstehen erlernte, sogenannte "konditionierte" Verstärker. Wir können uns das in etwa so vorstellen, wie die vielsagende Aufschrift: "Hauptgewinn" auf einem Lotterielos: da haben wir das Geld, unsere Belohnung, ja auch noch nicht in der Hand.
Zu solchen Verknüpfungen von verschiedenen Umwelt-Informationen kommt es im Leben des Hundes ständig: ein Hund lernt z.B. das Geräusch des Dosenöffners zu schätzen, weil es sein Futter ankündigt, er freut sich auf den Spaziergang, wenn er sein Halsband klappern hört, er rennt schon los, obwohl Sie sich gerade erst nach dem Ball gebückt haben ...
Beim Training mit Click & Treat nutzen wir uns diese Kombinations-Fähigkeit des Hundes.

3) Die indirekte Belohnung - der Click
Das typische Geräusch des Clickers wird durch die stets folgende Belohnung zum "indirekten" Verstärker. Solange diese Koppelung 'Click - etwas Tolles folgt' bei ihm im Gehirn erhalten ist, freut er sich über den Click genauso, als ob er das tolle Leckerli schon auf der Zunge spürte.

Der Vorteil bei der Konditionierung auf den Clicker liegt darin, das wir unserm Hund damit die Information "gut gemacht" exakt im richtigen Moment geben können. Der Clicker hilft uns so, etwas Bestimmtes gezielt zu belohnen, auch wenn wir dem Hund gerade in diesem Moment kein "Gutsi" in's Maul stecken und keinen Ball werfen können - wie z.B.direkt während eines gut gelungenen Sprunges.
Höre ich hier den Einwand, man könne sehr wohl in diesem Moment den Ball werfen? Natürlich, beim noch nicht mit dem Clicker trainierten Hund wird man das auch oft tun, nur.... den Ball holt der Hund sich dann auch, wenn der Sprung schlecht war. Wollten Sie das belohnen? Nein? Sie werfen den Ball deshalb auch erst später? Nach den gut gelungenen Sprung z.B. Ja, was belohnen Sie denn dann damit? Die ungeplante Wendung die der Hund jetzt schon wieder macht, das Umdrehen oder Davonlaufen? Bestenfalls die Landung - sicher nicht mehr den idealen Sprung selbst!
Sehen Sie, genau das macht den Clicker so präzise in seiner Wirkung: clicken brauchen Sie nicht auf "Vorrat", der Hund hört den Clicker genau im richtigen Moment des optimalen Sprunges: 'so war es gut!' sagt ihm das exakt. Die Belohnung kann er sich dann in Ruhe bei Ihnen abholen. Unser Hund begreift dadurch viel rascher, worauf es uns bei seinen Aktionen wirklich ankommt.

4) Lernen klappt in positiver Atmosphäre besser
Die Lern- Forschung bestätigt, daß Informationen im Gehirn besonders rasch und dauerhaft gespeichert werden, wenn stressfrei und in freudiger Stimmung gelernt wird und wenn die zu erlernenden Informationen eindeutig präsentiert werden. Clicker-Training macht Spaß ...
Wir erinnern uns an unsere Ausbildungszeit: Haben nicht auch Sie am liebsten und am raschesten bei den Lehrern gelernt, die es verstanden, eine freudige Lern-Atmosphäre zu erzeugen und die Ihnen immer prompt und eindeutig zu verstehen gaben, was Sie gut gemacht hatten?

5) Mit 'Shaping' und 'Luring' zum Erfolg
Bei manchen von uns gewünschten Aktionen unseres Hundes würden wir lange warten müssen, wenn wir mit dem belohnenden Click eine zufällig gezeigte 'perfekte' Aktion abpassen wollten. Was können wir tun, damit die Arbeit unseren Hund und uns rascher zum Erfolg bringt? Das Clicker-Training kennt zwei Möglichkeiten, um einen Hund zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen: "Luring" - Locken und "Shaping" - Formen.
Beim Locken benutzen wir zuerst Futter oder Spielzeug, um den Hund in die von uns gewünschte Haltung oder Aktivität zu "locken". Shaping kann man sich etwa so vorstellen, als ob ein Bildhauer aus dem rohen Marmorblock die endgültige Form nach und nach herausmeißelte. Wir gehen dabei von kleinsten Bewegungen des Hundes in die erwünschte Richtung aus. Aus diesem spontan vom Hund Angebotenen formen wir mit gezielter Bestätigung in vielen kleinen Einzelschritten das fertige Ergebnis.



Was kann ein Hund durch Clicker-Training alles lernen?
Alles zu dem ein Tier körperlich und geistig in der Lage ist, können wir ihm mit Hilfe des Clicker-Trainings beibringen. Wir können unseren Hund damit für jede Art von Wettbewerb trainieren, z.B. eine ideale Vorsteh-Haltung formen, ein "hier" in optimaler Position erarbeiten, Leistungen im Showring optimieren, unterhaltende Tricks lehren, einen Hund zum Partner-Hund schulen usw.
Bei Verhaltensketten - Apportieren ist z.B. bereits eine solche - werden zuerst die Einzelteile geübt, aus denen die gewünschte Aktion besteht (Bei 'Brings' sind das z.B.: Warten, Hinlaufen, Suchen, richtig Aufnehmen, direkt Zurücklaufen, Vorsitzen, Halten, Abgeben) dann werden die einzelenen Teile in geeigneter Reihenfolge nach und nach zusammengefügt. Auf diese Weise nähern wir uns mit langsam gesteigerten Anforderungen schrittchenweise unserem Ziel, während unser Hund stets motiviert mitarbeitet, um von uns sein belohnungs-versprechendes Click zu bekommen. Der clicker-geübte Hund kommt dabei erstaunlich rasch zum Ziel.

So ist das mit den Kommandos:
Bisher haben wir noch gar nichts von "Kommandos", von Hör- oder Sicht-Zeichen gehört. Wie ist das damit beim Clicker-Training? Typisch beim Clicker-Training ist Folgendes: Erst wenn ein Verhalten die von uns gewünschte 'Ideal-Form' erreicht hat und der Hund es häufig vorhersagbar freiwillig anbietet, um dafür sein Click mit anschließender Belohnung zu erhalten, setzen wir diesem "von selbst startenden" Verhalten einige Male ein bestimmtes Signalwort voran. So entsteht im Hunde-Gehirn schon die nächste Verknüpfung: ein Auslöser ist auf die freiwillig angebotene Aktion montiert worden. Von nun an beachten und belohnen wir dieses Verhalten nur mehr dann, wenn der Hund es nach diesem Wort/Zeichen zeigt. So bekommen wir es unter Kontrolle: Signal-Kontrolle nennen das deshalb folgerichtig die Clicker-Trainer.
Beim Clicker-Training gilt die gleiche Regel wie bei einem guten Wein: the quality goes in before the 'label' goes on!
Zusammenfassend: Wir versehen erst das perfekte Verhalten des Hundes mit einem Signalwort, das hier praktisch wie ein 'Ein-Aus-Schalter' wirkt: Clicker-Training beruht auf freiwilliger Mitarbeit des Hundes: mit dem 'Kommando' sagen Sie ihm, das es für ihn lohnt, gerade jetzt dieses Verhalten auszuführen.
Die Trainer von "Fernseh-Hunden" bevorzugen dabei z.B. als 'Auslöser' deutlich sichtbare Handzeichen, damit sie damit den Hund aus ihrer versteckten Position außerhalb des Kamera-Blickwinkels unauffällig steuern können. Achten Sie doch einmal darauf, wo Rex und Co. vor jeder Aktion hinschauen - nur die geschickten Aufnahmewinkel und Bildschnitte machen uns glauben, der Film-Hund schaue jeweils genau 'nach Drehbuch' ...

Ist Clicker-Training etwas für meinen Hund?
Der Clicker erleichtert uns im Hundesports das Training, weil er es uns ermöglicht, erwünschte Aktionen ganz präzise zu "markieren". Der Clicker ist ein reines Trainingshilfsmittel - wenn auch ein sehr effektives - nach gelungener Einführung des Signal-Wortes brauchen Sie ihn für die betreffende Übung nur mehr dann, wenn Sie daran erneut etwas verbessern wollen.
Sie wollen nun vielleicht nicht unbedingt Rex oder Lassie zu Hause haben, warum sollte Ihr Hund also etwas Neues mit dieser "neuen" Methode lernen?
Ein Mensch, der sich langweilt, kauft sich Rätselzeitungen, legt ein Abenteuer-Video ein, besucht einen Volkshochschul-Kurs oder geht Bungee-Jumping und verschafft sich so auf verschiedenste Weise geistige Beschäftigung und 'action'... aber was macht unser Hund? Er ist für seine geistige Anregung auf Sie angewiesen - denn wenn er sich selbst interessante Beschäftigungen sucht, nennen wir das meist 'Unart' und schieben dem rasch einen Riegel vor.
Hunde sind sozial lebende Haustiere: sie wollen gerne mit Ihnen zusammenarbeiten - etwas Interessantes mit Ihnen gemeinsam zu unternehmen ist das Lebensziel Ihres Hundes! Täglich Neues zu lernen und freudigmit Ihnen zusammenzuarbeiten macht Ihrem Hund Freude - So entsteht echte 'Bindung'!
Clicker-Training hilft unserem Hund dabei, endlich präzise zu verstehen, was wir von ihm wollen! Es motiviert ihn zu freudigster Mitarbeit - kurz: es macht Mensch und Hund einfach viel Spaß!

"Much like the law of gravity, the laws of learning are always in effect. Thus, the question is not whether to use the laws of learning, but rather how to use them effectively."
Die Gesetze der Schwerkraft und die des Lernens haben etwas gemeinsam:
Sie wirken konstant auf alle Lebewesen ein!
Deshalb stellt sich für uns nicht die Frage, ob wir sie anwenden,
sondern die, wie wir sie möglichst wirkungsvoll verwenden können.